Mein Reisetagebuch auf den verschiedenen Caminos

Etappe 6 – Alvaiázere nach Rabaçal

Um kurz vor 7:00 Uhr ging es heute morgen bei leichtem Nieselregen auf die 6. Etappe. Nach ein paar hundert Metern, bei der Kirche von Alvaiázere wurde der Regen dann schon stärker und steigerte sich die nächsten 2 h zu einem ordentlichen Dauerregen.

Am Ortsausgang führte die wenig befahrene Straße leicht hinauf nach Laranjeiras und von dort im Dauerregen dann hinauf zum höchsten Punkt der Route des Caminho Portuguese bei Vendas. Ab nun geht es also zumindest bis Porto erstmal bergab. Ab Vendas folgte der Weg einer sehr kleinen Landstraße und dann auf schönen gut ausgebauten Feldwegen nach Venda do Negro. Kurz vor Venda do Negro blieb ich dann auf der Straße, um in den Ort zu kommen. Da im Ort keine Camino Wegweiser sind, bin ich dann prompt falsch gelaufen. Ich merkte es aber nach einem knappen km, als zurück und an der Kirche dann rechts. Weiter ging es dann über sehr schöne Waldwege über Casal do Soeiro nach Ansião, dort gab es erstmal ein ordentliches Frühstück. Aus der Stadt ging es dann über die Brücke Ponte da Cal hinaus zum Fußballstadion von Ansião, da es mittlerweile zu Regnen aufgehört hatte, verstaute ich den Poncho und die Gamaschen siegessicher am Rucksack. Auf dem Weg nach Bate Agua kam dann sogar die Sonne durch und es wurde richtig warm. In einem vermeintlich einsamen Waldstück zog ich dann noch den Longsleeve und die Lange Laufhose welche ich unter der Lederhose getragen habe aus und just als ich in Unterhose auf meinen Schuhen balancierte kam Schongau des Weges. Ich grüßte Sie und meinte nur, da musst Du jetzt durch, ich sterbe in den Klamotten. Sie zog mit einem Gruß und Lächeln vorüber. In Netos stand plötzlich eine alte Nähmaschine als Drahtmodel am Wegesrand, sah echt gut aus. In Venda do Brasil passierte ich die Tankstelle, um dann wenige hundert Meter danach rechts auf sehr schöne kleine Feldwege an Junqueira vorbei nach Alvorge zu laufen. Kurz vor Alvorge traf ich noch auf 2 ältere Pilger aus England, welche noch wissen wollten wie weit es nach Alvorge zu ihrem Ziel noch sei. Laut meinem Pilgerführer noch ca. 2 km, wir unterhielten uns kurz und dann ging ich weiter. Von Alvorge nach Ribeira de Alcalamouque meidet der Camino fast vollständig die Straßen und führt weitgehend auf einer alten Römerstraße nach Ribeira de Alcalamouque. Von hier aus sind es laut Pilgerführer noch genau 400 km nach Santiago. Kurz nach dem Ort verlässt der Camino wieder die Straße nach rechts und führt an einer wunderschönen alten Windmühle vorbei parallel zur Straße nach Rabaçal meinem heutigen Etappenziel.

Vielen Dank an meine liebe Claudia und Robin für die gesponserte Übernachtung und das Abendessen.

Erkenntnis des Tages

Auch an vermeintlich einsamen Stellen können plötzlich Pilger auftauchen

 

Bom Caminho

Klaus

2 Kommentare

  1. Claudia Zimmermann

    In Gedanken immer bei dir❤️

  2. Erich Löfflath

    Lieber Klaus, es ist schön zu lesen, dass auch Du vor Überraschungen nicht sicher bist. In Unterhose mitten im Wald! – Das ist großartig. Die Dame aus Schongau hat wahrscheinlich nach der nächsten Wegbiegung den Lachanfall ihres Lebens bekommen… – Aber halt! Hat sie auch einen Namen? „Schongau“ wird sie doch wohl nicht heißen, auch wenn Du es so geschrieben hast.
    Also: Wir wünschen Dir viele lustige Begebenheiten auf Deiner weiteren Tour und guten Weg!

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