Mein Reisetagebuch auf den verschiedenen Caminos

Etappe 1 – Lissabon nach Carregado

Nach einer ruhigen Nacht im Largo da Sé Guesthouse nicht weit von der Kathedrale Sé ging es genau dort um kurz vor 7:00 Uhr endlich los. Wie immer gab wurde als erstes das Startbild gemacht, echt kitschig mit einer Straßenbahn der legendären Linie 28 im Hintergrund.

Rechts unten an der Kathedrale ist auch schon der erste gelbe Pfeil und von hier ging es als erstes durch das Altstadtviertel Alfama vorbei an diversen Museen zum Parque de Naciones, dem Austragungsort der Expo 1998.

Nicht weit von hier gibt es eine Filiale der Bäckereikette Padeira Portuguesa, den kleinen Umweg musste ich machen und gönnte mir zum Frühstück ein wundervolles Pao de Deus, 2 Pasteis de Nata und einen Milchkaffee.  Zurück zu Parque de Naciones ging es dann entlang einer beliebten Joggingstrecke unter der modernen Brücke Vasco da Gama hindurch nach Sacavem. In Sacavem folgt man dem Fluss bis zur ersten Brücke, diese überquert man und gleich danach biegt der Camino links auf einen schmalen Trampelpfad ab. Diesem folgt man entlang dem kleinen Fluß bis nach Granja und weiter über Alpirate nach Póvoa de Santa Iria. Ab hier wird es dann gruselig, der Camino führt über die nächsten Kilometer durch Industriebrachen oder entlang der N10, hier muss man auf der Straße laufen und der Schwerlastverkehr donnert einen halben Meter entfernt vorbei. In Alhandra führt der Camino eigentlich durch die Stadt, jedoch hat mich ein freundlicher Herr am Ortsanfang angesprochen und gesagt, ich solle gleich zum Fluss gehen, von dort läuft man entspannt entlang dem Tejo bis Villa Franca de Xira. In Vila Franca de Xira führt der Camino durch einen Park und gleich zu Beginn hat mich eine freundlicher älterer Herr angesprochen, wo ich denn herkäme. Als ich ihm sagte aus Deutschland erzählte er ganz stolz, dass er zur WM 2006 in Deutschland in der Allianz Arena war, so klein ist die Welt. Die letzten km bis Carregado zogen sich nochmal endlos lange entlang der Bahngleise bis ich dann endlich in Carregado mein kleines feines Hotel im alten Bahnhofsgebäude erreichte. Die Besitzerin erzählte mir ganz stolz, dass es sich dabei um das älteste Bahnhofsgebäude in Portugal handle, denn die erste Bahnstrecke führte von Lissabon nach Carregado und König João I hätte die Strecke eröffnet und sei bis Carregado gefahren.

Nach dieser schönen Geschichte begann dann allerdings der Alptraum eines Pilgers des 21. Jahrhunderts! Beim Ladekabel für mein iPhone war der Stecker abgebrochen und ich hatte nur dieses eine dabei. Leider besaß die Vermieterin kein iPhone, hat aber mit dem Besitzer der Bar gegenüber vereinbart, dass ich bei ihm mein Telefon aufladen konnte. Mein „Supportteam“ Zuhause suchte dann sofort fieberhaft nach Läden auf der Strecke um Ersatz zu besorgen und schickten mir einige Adressen in Azambuja.

Um Batterie zu sparen, musste dieser Artikel dann auf den nächsten Tag warten und das Handy blieb mit 95% Batterie vorsichtshalber über Nacht ausgeschalten. Was für ein Stress…

Erkenntnis des Tages

Ein super Team im Hintergrund ist mit Gold nicht aufzuwiegen

 

Das Frühstück wurde mir von meiner lieben Frau und Robin gesponsert.

Bom Caminho

Klaus

7 Kommentare

  1. Claudia Zimmermann

    Immer dein Team ❤️❤️

  2. Heribert

    Hallo Klaus, viel Erfolg auf deinem Weg. Da will ich auch hin. Du hast ja gleich zu Beginn eine lange Etappe bewältigt, waren doch bestimmt über 40 km. VG

    • Klaus

      Hallo Heribert,
      Gut geschätzt, es waren knapp 49 km.
      Heute aber nur 25 😉

  3. Anke Bettels

    Wäre schön, wenn die km noch dabei ständen. schöner Bericht. danke

    • Klaus

      Die KM Angaben findest du hier

      • Anke

        oh Gott…das sind ja Marathontouren. Ich werde halbieren;-)

  4. Anke

    oh Gott…das sind ja Marathontouren. Ich werde halbieren;-)

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