Mein Reisetagebuch auf den verschiedenen Caminos

Etappe 11 – Santander nach Cudon

Die vorgeschlagene Etappe der meisten Pilgerführer endet in der Regel in Boo de Piélagos, dafür gibt es 2 mögliche Routen, die offizielle führt quer durch die Stadt Richtung Süden und ist ca. 15 km lang. Die inoffizielle aber landschaftlich schönere führt um die Stadt herum an der Küste nach Boo de Piélagos und ist ca. 33 km lang.

Da es in Boo de Piélagos mit Unterkünften katastrophal aussah, entschied ich mich die kürzere offizielle Route zu gehen, dafür aber weiter bis Cudon (mit leichten Abwandlungen).

Ich startete also wieder gegen 7:00 Uhr in Santander und lief entlang der Hauptstraße und Fußgängerzone Richtung Süden. Zum Stadtrand hin ging es durch Industriegebiete, egal, immer den gelben Pfeilen nach. Hier gab es sie wenigstens wieder, in Santander waren sie echt Mangelware – ein Hoch auf meine Camino del Norte App! Ab Santa Cruz de Bezema wurde es landschaftlich wieder reizvoll, leider war es auch heute mit dem kulinarischen Wohl in Sachen Tavernas oder Bars schlecht bestellt, so dass ich mich in Santa Cruz auf eine Bank setzte und mir eine leckere Vollkornsemmel mit Jamon bereitete, der inzwischen erfahrene Pelegrino ist ja vorbereitet. Nach weiteren knapp 5 Kilometern kam ich dann in Boo de Piélagos an. Früher gingen die Pilger über die örtliche Eisenbahnbrücke über den Fluss Rio de Mogro, heute ist das aus Sicherheitsgründen verboten und man ist gezwungen einen Umweg von ca. 10 km über Acre und die dortige Brücke zu laufen. Ich bin hier etwas vom Pilgerdasein abgewichen, habe mich in Boo de Piélagos in den Nahverkehrszug gesetzt und bin damit 2 km über die Eisenbahnbrücke (jetzt legal) nach Mogro gefahren und dort wieder ausgestiegen. In Mogro habe ich dann auch eine geöffnete Taverne gefunden und mir eine große Flasche Wasser, ein Bocadillo und und einen Café con Leche gegönnt. Gestärkt ging es nun weiter nach Miengo und dort wich ich nochmals von der Route ab und erlaubte mir den Umweg zur Playa de Usgo. Das war es wirklich wert, herrlicher Sandstrand, eingebettet zwischen Felsen und wenig los. Hier genoß ich das „hier und jetzt“ auf einem Felsen direkt an der Brandung – Entspannung pur!

Da ich mich am Sandstrand natürlich meiner Laufschuhe entledigt hatte, ging es die restlichen 3,5 km in Flip Flops über Feldwege zu meiner heutigen Unterkunft, der Posada La Victoria in Cudon und da das Zimmer auch eine Badewanne hatte, gönnte ich mir zum Abschluss auch noch ein echtes Entspannungsbad.

Ein großes Dankeschön an meine liebe Frau Claudia für das Sponsoring der heutigen Übernachtung.

Erkenntnis des Tages

Es kann gar nicht zu viel Entspannung geben

Buen Camino
Klaus

3 Kommentare

  1. Bob

    Wird dein Smartphone oder die Cloud eigentlich schwerer wenn Du den Camino gelaufen bist und ungefähr 5.367 weitere Bilder darauf gespeichert hast? 🤔 oder doch eine Frage an die Teilchenphysiker?

    • Klaus

      Stell die Frage doch einem Teilchenphysiker, aber ob die 5367 Fotos reichen, bin ich mir nicht sicher 😄

  2. Erich Löfflath

    Lieber Don Pelegrino Klaus! Ich bin, wie du weißt, kein Teilchenphysiker, eher Teilchenesser, was mein Gewicht teilchenweise zu erklären hilft. Aber wie mein Gesicht auf Bobs Beitrag kommt, ist mir gesamtheitlich nicht erklärbar. – Aber: Du hast ja, objektiv gesehen, mit diesem Phänomen nix zu tun. – Deshalb noch einen schönen Abend in der Badewanne. Und morgen einen guten Start. LG von HuE.

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