Nach einem kleinen Frühstück in der wirklich außerordentlich geschmackvollen Herberge A Pociña de Muñiz ging es kurz nach 8:00 Uhr bei frischen -3° wieder auf den Camino. Der Weg verlief über eine kleine Straße bis Gondar, in der Nähe von Bascuas folgt der Camino dann der viel befahrenen Landstraße LU-530 über Carballido, das man allerdings nicht wirklich sieht, weil es im Wald liegt, nach As Casas da Viña, dort verlässt der Camino die Landstraße und führt wieder über Waldwege bis in kurz vor Lugo.

Über eine Brücke überquert man die Autobahn und dann geht es hinab zum Rio Rat um danach sofort wieder stark nach Lugo anzusteigen. Durch ein Tor der alten Stadtmauer kommt man dann in die Altstadt von Lugo. Auf dem Hauptplatz gab es dann erstmal einen Café con Leche und ich überlegte mir ernsthaft wegen meines extrem schmerzhaften linken Knie die Etappe in Lugo zu beenden und ein Krankenhaus aufzusuchen. Gott sei Dank waren dies Schmerzen nach der Pause im Café wieder auf ein erträgliches Maß zurückgegangen und nach einiger Zeit sogar weitgehend weg. Puh, nochmal Glück gehabt. Kurz bevor der Camino die Altstadt durch ein Tor gegenüber der Kathedrale wieder verlässt, habe ich noch einen Abstecher in die Kathedrale gemacht um mir den Sello für den Pilgerpass abzuholen und ich habe für einen Freund noch Kerzen für dessen schwer erkrankte Mutter und für meine Familie angezündet.

Nach Lugo begann dann die Etappe der Hölle, eine solche scheint es wohl auf jeden Camino zu geben. Warum Etappe der Hölle? Weil es die nächsten 19 km nur entlang oder direkt auf der Kreisstraße LU-P-2901 ging, das war keinerlei Spaß und zudem gab es abgesehen von einem Automatenshop nach 10 km keinerlei Versorgung oder Bar unterwegs. In Castrello checkte ich frustriert für ein Zimmer in der ersten Herberge ein und als ich das Zimmer sah, auch sofort wieder aus, da holt man sich sonstwas! Da laufe ich doch lieber nach den bisherigen 35 km noch die 8 km nach Ferreira weiter, ich hatte nur übersehen, dass diese etwas hügelig waren, aber egal. Geschafft aber zufrieden kam ich dann nach 10 h Fußmarsch in meiner sauberen Pension Casa da Ponte an, welche aber leider einen so grottenschlechten Internetanschluss hat, dass ich den Bericht erst mit einem Tag Verspätung zusammen mit Tag 8 posten konnte. Telefon geht hier übrigens auch nicht.

Erkenntnisse des Tages

Jeder Camino hatte seine Etappe der Hölle
Laufen geht immer, don‘t stop walking

Vielen Dank für die Unterstützung an meine liebe Claudia für die Übernachtung und an Rosemarie für das Abendessen.

Zum Tourvideo auf YouTube geht es hier.

Buen Camino

Klaus