Die heutige Etappe führt von Deba in das ca. 25 km entfernte Markima-Xemein. Ich startete heute wieder gegen 6:30 Uhr morgens noch vor Sonnenaufgang. Laut Reiseführer sollte ich nach dem Bahnhof rechts über die Fußgängerbrücke den Fluß überqueren. Der Einstieg gestaltete sich jedoch etwas schwierig, da im Reiseführer der Hinweis fehlte, vor dem Bahnhof die Gleise zu überqueren! So irrte ich erst einmal etwas hin und her, bis mich eine freundliche Dame quasi an die Hand nahm und mir den Einstieg zeigte. Als Pelegrino wird Dir halt geholfen.
Doch damit nicht genug, als ich Deba verließ, fand ich mich plötzlich auf einem stockfinsteren Waldweg wieder und musste erst einmal meine Stirnlampe (man ist ja vorbereitet) aus dem Rucksack angeln. Natürlich war sie ganz unten und beim Herausziehen trennte sich die Lampe ganz zwanglos vom Stirnband. Also 3D Puzzel im Dunkeln. Nach einigen Versuchen hatte ich das Lampenthema gefixt, doch dann begann es stärker zu regnen und ich brauchte jetzt auch noch meinen genialen Kamelbuckel-Poncho, dieser war Gottseidank gut zugänglich verstaut, jedoch gestaltete sich das überstreifen mit dem 16 kg schweren Kumpel auf dem Rücken doch etwas akrobatisch. Zum Glück war ich um diese Uhrzeit noch alleine unterwegs.
Nachdem diese Anfangswidrigkeiten überwunden waren, stampfte ich also zufrieden und trocken den Berg weiter nach oben Richtung Ermita Galbario. Inzwischen hat der Regen wieder aufgehört und ich konnte den Poncho, nicht minder spektakulär, wieder ausziehen. Glücklicherweise hat mir auch diesmal, außer ein paar Eseln, keiner zugesehen. Da der Camino nun bis Bilbao im Landesinneren verläuft, konnte ich von hier oben noch einen letzten Blick auf das Meer werfen.
Der Weg führte nun steinig durch den Wald weiter Richtung Olatz, da die folgenden 16 km nach Olatz keine weiteren Versorgungsmöglichkeiten bieten, riet der Reiseführer hier nochmals die Wasservorräte aufzufüllen. Schön wäre es gewesen, nur war in Olatz die einzige Taverne gegenüber der Kirche geschlossen. Ich sprach eine Spanierin an, ob sie denn etwas Wasser für mich hätte. Sie schnappte sich kurzerhand meine Wasserflasche und füllte sie hinter der Taverne an einer Viehtränke auf, ganz durchsichtig war das Wasser nicht. Dafür drückte sie mir noch 4 Birnen als Reiseproviant in die Hand, da war es wieder, das Mitgefühl für die Pelegrinos.
Die weiteren 16 Kilometer bis Markina-Xemein verliefen relativ unspektakulär mal bergauf mal bergab an diversen Pferden, Ziegen und Eseln vorbei. Bei einer Rast an einer Viehtränke gesellte sich eine Katze zu mir und blickte ganz hungrig auf meine Cookies. Man möchte es nicht glauben, aber trotzdem ich überzeugter Alfist (ALF Anhänger) bin, hab ich ihr einige Stücke abgegeben. Auch Pelegrinos haben ein Herz für Tiere (Bitte den Spenden-Button für „Ein Herz für Fellnasen in Not e.V.“ auf der Unterstützungsseite unten fleißig drücken).
Eine Herausforderung war noch die Überquerung des Bachlaufs über den Weg mit meinen doch schon etwas lädierten Knien und dem dicken Kumpel auf dem Rücken, soviel sei verraten, wir blieben trocken. Kurz vor Markina-Xemein führte die Betonstraße dann gut 500 Meter in einem Winkel von ca. 20° (von mir gemessen) hinunter, was meine Knie wieder verzweifelt die weißen Fähnchen schwenken lies. Als schönen Abschluß der heutigen Tour gab es dann noch den Besuch in der Ermita San Migel, mit dem sehr ausgefallenen Felsenaltar in der Mitte des Gebäudes.
Für meine Übernachtung in einem netten AirBnB Zimmer hat meine liebe Frau Claudi wieder fleißig gespendet, dass ich ja nicht im Freien übernachte.
Erkenntnis des Tages:
Auch wenn es holprig beginnt, kann es ein toller Tag werden
Buen Camino
Klaus



























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