Nach einer ruhigen Nacht mit viel Schlaf ging es gegen 07:00 Uhr wieder auf den Camino. Ich muss sagen die heutige Etappe, war die erste, welche wirklich schön zu laufen war.

An dieser Stelle ein Tipp für all jene welche den Camino nicht so todernst nehmen, lauft in Lissabon bis zum Parque de Naciones, steigt in Oriente in den Zug und fahrt bis Azambuja, damit überspringt ihr die endlos langweiligen Passagen durch Industriegebiete, entlang von Straßen mit Schwerlastverkehr (Stichwort N10) und Bahngleisen. Ab Azambuja wird der Camino deutlich angenehmer zu laufen, auch ist die Wegkennzeichnung ab Santarem deutlich häufiger als vorher, ich musste mehrmals meine Wisley Camino App zu Rate ziehen, damit ich die richtige Abbiegung nahm.

So jetzt genug gemeckert, die heutige Etappe begann also in Valade und führte anfangs oben auf dem Damm aus dem Ort hinaus, danach unten auf der sehr ruhigen Straße nach Porto Muge. Achtung zwischen Porto Muge und Omnias ist tiefstes Outback ohne jegliche Verpflegungsmöglichkeit, also nochmals den Wasservorrat prüfen. Der Camino führt von Porto Muge nach Omnias auf einer breiten Sandpiste entlang von Äckern, Weinstöcken und ein paar Quintas, sehr ruhig. Kurz nach Omnias (nach der sehr schmalen Unterführung) bin ich rechts abgebogen und direkt nach Ribeira de Santarém seitlich am Berg entlang gelaufen. Sehr schöner Weg oberhalb des Tejos und man spart sich den Anstieg hinauf in die Stadt. In Ribeira de Santarém gab es dann in der Taverne do Geraldo (gleich nach dem Bahnübergang rechts) nach 20 km mal ein kleines Frühstück. Am Ortsende von Ribeira de Santarém führt der Camino dann rechts über eine Steinbrücke und folgt dann Feldwegen und kleinen Landstraßen durch Weinstöcke nach Vale de Figueira. Dort angekommen gab es dann nochmal einen Café com Leite, bevor es dann an die abschließenden 10 km nach Azinhaga ging. Kurz nach Vale de Figueira bin ich dann auf 2 Pelegrinos (Austin mit seinem Vater) aufgelaufen. Wir gingen dann gemeinsam bis nach Azinhaga, unterwegs sprachen wir über Fußball und die Pilgerwanderung, wobei sich herausstellte, dass dies bereits seine 12 oder 13 Pilgerreise ist und Austin den del Norte und den Primitivo auch schon ein oder zweimal gegangen ist und so konnten wir viele Erfahrungen austauschen. Austin ist übrigens aus Californien, lebt aber in Galicien, so klein und spannend ist die Welt und das pilgern.

Erkenntnis des Tages

Auf dem Camino trifft man spannende Menschen

Bom Caminho

Klaus