Etappe 2 begann schon chaotisch und sollte sich dann auch noch so weiter entwickeln. Doch von Anfang an, eigentlich wollte ich wieder so gegen 6:00 Uhr lospilgern, hatte aber verschlafen. Um 7:00 Uhr war ich dann doch endlich bereit meinen Rucksack nach Zarautz zu wuchten, allerdings nicht mehr vollständig, das Tarp und das Solarpanel (die Leistung war grauenvoll) hatte ich im Zimmer zurückgelassen und damit war mein schwerer Kumpel gleich mal um 1,7 kg leichter. Ich ging also entlang der wunderschönen noch fast menschenleeren Strandpromenade Richtung Westen um dann am Ende von San Sebastián der ersten Aufstieg zu meistern, ging schon besser, aber der schwere Kumpel muss sicher nochmal abnehmen.
Am Ende des Aufstiegs kreuzte ich eine Straße und die gelben Camino Pfeile wiesen mir den Weg auf einen Parkplatz. Ich folgte ihnen und ging am anderen Ende in einen schmalen Feldweg, welcher sich oberhalb des Meeres langsam bergab schlängelte. Nach zirka 500 Metern bergab ohne jegliche weitere Markierungen, kam mir das dann doch etwas spanisch vor, sobald ich wieder eine Netzverbindung hatte, konnte ich feststellen, dass dies der falsche Weg war, super, also Rolle rückwärts und den schweren Kumpel wieder hochschleifen. Auf dem Parkplatz wieder angekommen, sah ich, dass ein blöder Campingbus einen am Randstein angebrachten Richtungspfeil verdeckt hatte, grr. Ich folgte also nun weiter der Straße bergauf und hielt Ausschau nach einem Café oder ähnlichem um mir ein Frühstück zu gönnen, leider waren diese sehr rar gesät und zu allem Überfluss auch alle geschlossen. Mit leerem Magen wurde das langsam zur Tortur, Gottseidank hatte ich vom Vortag noch eine Packung Nüsse im Rucksack, super Frühstück! Der Camino mochte mich heute eindeutig nicht oder er wollte mir zeigen, ihn nicht zu unterschätzen.
Am motivierensten war dann noch kurz vor Orio der Wegweiser mit der Angabe 787 km bis Santiago de Compostela. Nach weiteren 3 km über steinige Feldwege bergab erreichte ich endlich Orio, ein kleiner Fischerort. Hier konnte ich in einer Bar 2 Tappas ergattern und meinen Wasservorrat, die 2,5 Liter waren wohl verdunstet, wieder auffüllen.
Aufgrund des mangelnden Frühstücks, war mir mittlerweile auch bereits etwas schwindelig und ich gab klein bei. Den Rest der Etappe (5 km nach Zarautz über einen weiteren Berg) nahm ich frei nach HaPe den Zug.
Vom Bahnhof sollte es noch ein knapper Kilometer zur Unterkunft sein, es stellte sich jedoch heraus, dass AirBnB wohl eine alte Adresse an Google Maps übergeben hatte und nach Rückfrage bei der Vermieterin mir 2 weitere km bevorstanden.
Der Camino mochte mich heute nicht.
Danke an meine liebe Claudia und Robert für die heutigen Motivationsspenden und die aufmunternden Worte, die kamen genau richtig!
Erkenntnis des Tages:
Achte auf die Zeichen und prüfe den Weg.
Morgen geht es nach Zumaia, evtl. weiter bis Deba.
Buen Camino
Klaus














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