Los ging es heute um kurz vor 7:00 Uhr und es sollte eine sehr lange Etappe werden, denn für mich als „Luxus-Pilger“ der in der Regel Hotels vorzieht waren die Optionen ab Mealhada nach ca. 23 km sehr mau und erst wieder Optionen in Agueda nach knapp 49 km vorhanden. Also Entscheidung 23 km zu kurz, dann halt auf nach Agueda.
Doch von Beginn, gestartet bin ich in Coimbra an der Ponte Santa Clara, der Weg führte von hier schön am Fluß entlang aus der Stadt. Da es heute stark geregnet hatte, musste man beim durchqueren der Autoüberführung am Ende der Stadt darauf achten, dass kein Verkehr war, denn ansonsten gab es eine kräftige Dusche. Der Weg führt danach entlang der Straße aber durch Poller getrennt vom Verkehr. Kurz vor Admia de Baixo sprach mich plötzlich ein junger Mann von hinten an, da er sehr groß war, dachte ich erst es wäre ein Radfahrer, welcher vorbei wollte. Aber es war auch ein Pilger und nach kurzem englischen Informationsaustausch wechselten wir ins Deutsche, da Daniel aus Berlin war.
Gemeinsam liefen wir flotten Schrittes an Fornos vorbei bis hoch nach Trouxemil. Hier wollte Daniel dann im ersten Café Pause machen und ich zog alleine weiter, aber erst nachdem ich ihm noch eine Schnelleinweisung in die „Instant Poncho Methode“ um die er mich gebeten hatte, gegeben habe. Weiter ging es dann wieder alleine entlang einer asphaltierten aber sehr ruhigen Straße nach Sargento Mor. Danach folgt der Camino kurz der N1, bevor er am Ortseingang von Barcouço wieder nach links auf eine kleine Straße abbiegt und bald in einen Waldweg mündet. Dort traf ich dann wieder Schongau und heute schafften wir es uns richtig vorzustellen und nun weiß ich auch, dass es Anna ist. Im Gespräch kamen wir dann noch darauf, dass Anna den Schwager meines besten Freundes kennt, die Welt ist ein Dorf. Da ich aber gerade so schön im Flow war, ging es dann bald wieder alleine weiter und über Mala und Lendiosa nach Mealhada.
Mealhada war ungefähr die Hälfte der heutigen Tagesetappe und somit ein guter Zeitpunkt für eine Pause. Im Café Central gibt es exzellente Burger für kleines Geld und frisch zubereitet, echte Empfehlung. Frisch gestärkt ging es weiter entlang der Hauptstraße aber auf einem schönen Weg daneben hinaus aus Mealhada, am Ortsende biegt der Camino dann auf eine ruhige Seitenstraße ab und führt über Sernadelo und Alpalhão nach Aguim. Am Ortsanfang von Aguim führt der Camino um eine Sportanlagen herum, dort habe ich mich für ein paar Minuten abgesetzt um die Wetterlage zu prüfen, denn ich wollte endlich wieder die Gamaschen loswerden, da kamen plötzlich Anna und Daniel des Weges.
Bis Arcos gingen wir wieder zusammen, machten noch ein Erinnerungsselfie und dann setzten sich die Beiden für ihre Selbstversorgerpause auf eine Bank, da ich ja noch mit dem Burger vollgestopft war, zog ich also wieder alleine weiter, jedoch nicht ohne vorher die Kontakte zu tauschen, evtl. gibt‘s ja ein Wiedersehen in Porto. Weiter folgt der Weg über Alfeolas, Alvelãs do Caminho und Aguada de Baixo kleinen Straßen bis zur Barró Industrial Zone. Ab hier wird es wieder anstrengend, denn es geht die nächsten knapp 5 km durch ein Industriegebiet bis Sardão. Nach Sardao geht es über eine Fußgängerbrücke weiter nach Agueda, meinem heutigen Etappenziel.
Hier hat mir mein Supportteam zuhause ein schönes Hotelzimmer für die 50 km Etappe im „In Gold Hotel und Spa“ gesponsert.
Erkenntnis des Tages
Im Gespräch fliegt der Weg nur so vorbei
Bom Caminho
Klaus








































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