Zwei Dinge muss ich unbedingt noch vor dem heutigen Reisebericht loswerden. Zum einen sind es bis Santiago inzwischen weniger als 200 km und zum anderen möchte ich mich ganz herzlich bei der Wirtin der Casa de Altea Araceli bedanken. Ich habe nur nach einem Raum zu trocknen meiner Wäsche gefragt, da hat sie mir die Wäsche abgenommen, gewaschen und getrocknet, auch sonst ist sie sehr hilfsbereit und gestaltet den Aufenthalt zu angenehm wie möglich. Die Casa de Altea Araceli kann ich jedem Pilger der abseits von Schlafsälen übernachten möchte nur ans Herz legen.
Los ging es dann heute morgen nach einem leichten Frühstück gleich mal mit einem kräftigen Anstieg hinaus aus Berducedu bei knackigen 0°C. Der Weg führte nach etwas Anstieg durch einen Pinienwald auf der anderen Seite der Anhöhe wieder hinab entlang der Landstraße nach La Mesa und dann nach Buspol,
hier habe ich gleich mal eine Abzweigung übersehen und ca. 300 m in die falsche Richtung, laut Google Maps wollte ich den Querweg über einen kleinen Bauernhof wieder zum Camino nehmen, der ortsansässige Riesenhund war aber anderer Meinung und überzeugte mich wieder umzudrehen. Als ich wieder auf dem Camino war, begrüßte mich ein nahender Pilger mit den Worten „Du musst Klaus aus München sein“. Ich war nicht schlecht überrascht und wollte wissen woher er das wüsste.
David meine Pilgerbekanntschaft aus England hatte ihm am Vorabend erzählt, er hätte einen Klaus aus München getroffen, der mit kurzer Lederhose den Camino läuft. Ich werde also langsam berühmt. Kurz danach begann der 750 Höhenmeter lange Abstieg zum Teil über steile steinige Wege zur Staumauer des Salime-Stausees, da hat meine linkes Knie sich wieder massiv beschwert und ich kam bergab nur im Schneckentempo voran. Weil ich so langsam unterwegs war, hat mich dann doch auch noch David überholt,
unten kurz vor der Staumauer am Aussichtspunkt habe ich ihn dann wieder getroffen. Ca. 300 m nach der Staumauer gibt es ein schön gelegenes Lokal mit Terrasse und Ausblick auf den Stausee, da haben wir uns erstmal einen Café con Leche gegönnt und sind dann gemeinsam bis Salime gelaufen.
Dort trennten sich unsere Wege wieder, David wollte einen Lunch zu sich nehmen und ich bin weiter nach Castro, zur letzten Unterkunft vor dem 20 km entfernten A Fonsagrada. Hier im Hôtel Chao de San Martín gibt es eine kleine Hündin, die hat sich gleich in mich verliebt und während ich sie graulte, kam David ins Hotel, wird vermutlich ein längerer Abend.
Erkenntnis des Tages
Bergab ist schmerzhafter als bergauf
Vielen Dank für die Unterstützung von meiner lieben Claudia für das heutige Abendessen.
Zum Tourvideo auf YouTube geht es hier.
Buen Camino
Klaus

Ist doch sicher wunderbar, Camino – Bekanntschaften wieder zu treffen. Euch beiden einen erholsamen Abend und guten Schlaf. Alles Gute für die nächste Etappe!
Uuuups! Nachdem der junge Mann schon morgen sehr wahrscheinlich am Ziel seiner Reise ankommen wird!
Hasta luego! R.