Eigentlich hätte die heutige Etappe von Barro nach Ribadasella eine Art Erholungsetappe von laut Pilgerführer knapp 23 Kilometer werden sollen. Doch es kam anders.

Ich bin also relativ spät in Barro, nach einem kleinen Frühstück im Hotel, gegen 7:45 Uhr aufgebrochen und folgte der Straße Richtung Niembru vorbei an der wunderschön gelegenen Kirche Señora de los Dolores. Danach verließ der Camino die Straße und schlängelte sich auf einem guten Feldweg am Hang entlang. Kurz vor Naves trifft er auf die AS-263 und führt am spätromanischen, aber bereits verfallenden, Kloster San Antolín de Bedón vorbei. Auf Seitenstraßen geht es durch Naves und Villahormes und erst kurz vor Nueva kehrt der Weg wieder zur AS-263 zurück. In Nueva kann man den offiziellen Camino entlang der Straße und Gehwegen nach Ribadasella laufen oder über einen alternativen Küstenpfad. Ich entschied mich mal wieder für den Küstenpfad, was sich im Nachhinein als großer Fehler herausstellen sollte. Ich ging also am Ortseingang von Nueva rechts Richtung Ovio und Picones und folgte weiter der landschaftlich sehr schönen Strecke bis zur Playa de Cuevas del Mar. Auf der ganze Strecke war wieder Bar und Tavernen Notstand, also machte ich an der schönen Playa wieder Selbstversorger, Wasser, Banane und noch die leckeren Kekse, welche ich noch von Andoni aus Markina-Xemein im Rucksack hatte. Sie waren super lecker, danke Andoni. Gestärkt ging es weiter auf verschlungen Wegen zur Playa de La Canal, welche sehr klein war und, wie der Name bereits sagt, am Ende eines natürlichen Felskanals lag. Als ich die Playa verließ, öffnete der Himmel Asturiens sämtliche Schleusen, es goß wie aus Kübeln. Auf dem weiteren Weg kapitulierten meine Goretex Laufschuhe in teilweise knöchelhohen Wasserläufen auf den Wegen und ich lief wie in Wassereimern. Nach weiteren Kilometern konnte ich mich in La Pesa endlich an einer Hausecke etwas unterstellen und versuchte nun mir von Google die schnellste Route nach Ribadasella geben zu lassen, was für eine K…. noch gut 10 Kilometer. Nach weiteren ca. 2 km war ich wieder auf dem offiziellen Camino mit gut 10 km Umweg angelangt. Der Regen hatte mittlerweile wieder nachgelassen und so stapfte ich mit meinen Wassertretern über die matschigen Feldwege und irgendwann entlang der AS-263 nach Ribadasella zu meiner Unterkunft.

Danke an meine liebe Frau für die Motivationsspende, die musste heute gut herhalten.

Erkenntnis des Tages:

Unterschätze niemals die Unterstützung, welche für einen solchen Weg notwendig ist.

Buen Camino
Klaus